Bericht eines Mitreisenden

Sonntag, den 29.09.2024 – Der Abreisetag, oder: Die Vernichtung der letzten Vorräte der Küche

An die­sem Mor­gen fehl­te der Bovelzumft eigent­lich noch eine Spe­zi­al­ein­heit: Die Mineu­re. Genau die­se Trup­pe habe ich schmerz­lich ver­misst, als ich ein Franz­bröt­chen haben woll­te, wovon es angeb­lich kei­nes mehr gab. Ich bean­tra­ge daher, für die­se und ähn­li­che Fäl­le, eine Trup­pe zu erstel­len, die die Unter­gra­bung der Burg bis zur Speis­kam­mer orga­ni­siert, um den Wahr­heits­ge­halt der Aus­sa­gen des Küchen­per­so­nals zu über­prü­fen. Ich appel­lie­re damit natür­lich an den Stolz aller…wir wol­len uns doch nicht anflun­kern las­sen, wie?^^ Nach dem, den­noch unver­schämt aus­schwei­fen­den Früh­stück kamen aller­dings auch schon die ers­ten Momen­te von Weh­mut auf, die man viel­leicht mit Wer­mut hät­te lin­dern kön­nen. Aaaa­aber, da man ja noch fah­ren muss­te, fiel das flach. Also wur­de lei­se gelit­ten. Doch trotz der all­ge­mei­nen Auf­bruchs­stim­mung blie­ben die meis­ten sehr gefasst und fass­ten mit an. Über­all wur­den Din­ge her­um­ge­tra­gen, die wenigs­ten die eige­nen, aber schließ­lich hat­ten wir die Burg ja auch ein­ge­nom­men. Lei­der hat­te die Orga es ver­säumt ein Möbel­un­ter­neh­men zu ordern, wes­we­gen schwe­res Inven­tar zurück­blei­ben muss­te (wir möch­ten das als einen hand­fes­ten Kri­tik­punkt fest­hal­ten^^). Naja, was soll’s, wir kom­men ja bestimmt wie­der. Gegen die Mit­tags­stun­de trenn­te sich dann lang­sam die Vanil­le­so­ße von der Grüt­ze und gro­ße Tei­le der Zumf­ti­gen tra­ten bereits ihre Heim­rei­se an. Es wur­de stil­ler … und man sah immer mehr Nor­ma­los auf der Burg. Es weh­te irgend­wie ein kal­ter Hauch durch den Innen­hof und die­je­ni­gen, die den Hals immer noch nicht voll genug hat­ten (so wie ich auch^^) gin­gen ein wei­te­res Mal in den Spei­se­saal, um klar­zu­stel­len, dass wir nichts zurück­las­sen wür­den. Und so stör­te es mich nicht ein­mal, als ein paar Frem­de mit Duft­wölk­chen und glat­ter Klei­dung sich an unse­rem Buf­fet ver­fin­gen und sich um den letz­ten Oli­ven­ring zwi­schen zwei leer­ge­räum­ten Salat­schüs­seln balg­ten, wie ein Rudel zahn­lo­ser Wöl­fe um einen aus­ge­lutsch­ten Rip­pen­kno­chen. Lasst ihnen, was ihnen zusteht. Wir sind satt.

Doch am Ende, kam es, wie es kom­men muss­te: Der Abschied nah­te und man wink­te sich mit salz­ver­krus­te­ten Augen noch ein­mal zu, wäh­rend im Hin­ter­grund die War­ber­ger Die­ner­schaft auf­at­me­te und den Laub­re­chen raus­hol­te, um die Gän­ge aus­zu­har­ken. Abschlie­ßend stand jedoch noch eine wich­ti­ge Fra­ge im Raum, der bis heu­te der gesam­te Vor­stand eine Ant­wort schul­dig geblie­ben ist: Wohin geht’s nächstmal?

Abschließende Loberei:

Platz 1, und somit Dank und Fuß­mas­sa­gen geht an: Die Jubi-Fahrt Orga­ni­sa­ti­ons­men­schen! Es war ein wirk­lich traum­haf­tes Ereig­nis, das den einen oder ande­ren bestimmt Jahr­zehn­te zurück­ge­wor­fen hat (im posi­ti­ven Sin­ne), und tags dar­auf Jahr­zehn­te altern ließ (im Weis­hei­ten fin­den­den Sinne).

|:Vie­len, vie­len Dank für die all­um­fas­sen­de Pla­nung und Organisation!:|

Platz 2, und damit Dank und Instruk­tio­nen, wie man Fuß­mas­sa­gen anwen­det, geht an: Die Grün­dungs­mit­glie­der! Ohne euch, wären wir ver­mut­lich die­ses Wochen­en­de nach Kuba zum Rum-Tasting gefah­ren … (hmmmm … ^^) Trotz­dem soll­ten wir fest­hal­ten: Das habt ihr fein gemacht!

|:Vie­len, vie­len Dank für die Grün­dung des Vereins!:|

Platz 3, und somit Dank und Schreib­ar­beit für das Erstel­len von Instruk­tio­nen, wie man Fuß­mas­sa­gen anwen­det, geht an: Jeden der dabei war! Ja genau! Damit mei­ne ich nicht nur mich, son­dern auch dich! Oder falls ihr das zu zweit lest, oder euch für einen Adels­möpp hal­tet, sogar euch! Ohne den gan­zen bun­ten Hau­fen wäre es defi­ni­tiv nicht das gewor­den, was es war: Ein abso­lut groß­ar­ti­ges Erleb­nis, was wahr­lich schwer zu top­pen wird. Wobei ich auch hier schon für das nächs­te Mal eine neue Spar­te ein­füh­ren wür­de, näm­lich die Bela­ge­rer. Im Fal­le von Burg War­berg, wäre, auch in heu­ti­ger Zeit, eine Bela­ge­rung durch­aus mög­lich gewe­sen. Denn ab dem Moment, wo die Kata­pul­te ange­fan­gen hät­ten, die Mau­ern nie­der zu fres­sen, wäre ver­mut­lich eine Woche ver­gan­gen, bis die ört­li­che Poli­zei ange­rückt wäre. Dank mei­ner blü­hen­den Fan­ta­sie sehe ich schon die her­vor­ra­gen­den Droh­nen­auf­nah­men von ober­halb der Burg, wäh­rend drau­ßen die Kata­pul­te Stein­chen und Feu­er­chen gegen und über die Mau­ern schleu­dern. Ein grenz­wer­tig-roman­ti­sches Mit­tel­al­ter­sze­na­rio. Aber … es steht ja noch gar kein Ziel fest für den nächs­ten „Aus­flug“ … wobei … Car­cas­son­ne soll ja zu die­ser Jah­res­zeit ganz nett sein. Und viel­leicht auch einen Hauch anspre­chen­der in punc­to Bela­ge­rung … nur so als Anregung.

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